Montag, 15. August 2011

Stuttgarter Sternstunden - The Words, The Gay und Placebo!


Bevor ich mit meiner Kritik anfange muss ich sagen, wie großartig es von Stuttgart mit Mercedes-Benz ist den Musikbegeisterten ein solches Open-Air-Konzert für nur 15 € zu bieten.
Das einzige Problem, das auftreten könnte ist dann wohl die Wahl der Bands. Während The Words aus Manchester und Placebo aus London mit ihrem Können punkten konnten, konnte man sich bei 30 Seconds to Mars (oder eher: 30 Seconds of Gay) nur fragen, wer bei dieser Band Talent entdeckt haben soll.
Oder was soll man denken, wenn man sich die ganze Zeit fragt, ob diese "Band" immer noch das gleiche Lied spielt oder schon längst bei einem anderen ist oder ob Jared Leto überhaupt den Text kann? Bei solchen Annahmen muss doch irgendwie der Sinn des Live-Auftritts verfehlt sein. Um das Publikum zu animieren wurden seltsame Maßnahmen getroffen: Der Frontmann hörte einfach mitten im Satz auf zu singen um das verwirrte Publikum an total unerklärlich gewählten Stellen mitsingen zu lassen. Selbst sang Jared Leto nie ein Lied wirklich von vorne bis hinten durch. Warum weiß niemand. Er war wohl entweder damit beschäftigt sich an den Text zu erinnern oder Luft zu holen. Von dem Outfit möchte ich gar nicht erst anfangen. Die Haare zurückgegelt und ein Gewand bis zu den Knien erinnerte eher an Graf Dracula aus Grundschulzeiten. 
Wie man schon erahnen kann, war der ganze Sound schlecht gemixt: Das Schlagzeug viel zu leise und das Mikro allgemein kaum hörbar. Aber wer nicht singen kann, hat logischerweise auch kein lautes Mikro verdient. 


Das Symbol von 30 seconds of gay (s.o.) oder ganz banal ein großes Dreieck mit einem Strich wurde als Ablage für die Getränke benutzt. 
Was den Fans aus den vorderen Reihen sicherlich gefiel war dennoch, dass Jared Leto sehr viele aus der Menge raus auf die Bühne nahm. Zuerst nur zwei Jugendliche, von denen er dann das von ihm gewollte übersetzte Wort "Arschficker" bzw. dann von ihm ausgesprochen [Arschflacker], [Arschflicker] "oh watever" erfragt hat... - eeeecht cool und witzig, Jared!
Danach durften zwei kleinere Jungen auf die Bühne und schließlich fast die ganzen ersten paar Reihen. 
Sicher eine nette Geste, der Auftritt ist damit aber nicht gerettet! Sorry, Jared, so einfach geht das leider nicht!
Es lässt sich sagen, dass man schon nach einer kurzen Weile das Gefühl hatte, dass der Sänger außer "Jump" kein anderes Vokabular mehr in seinem Repertoir hatte und dass es diese Band schlichtweg einfach nicht bringt, wenn man sogar den Special Guest "The Words" talentierter und um Längen besser fand!
Zusammenfassen lässt sich daraus schließen: 30 Seconds of Mars - HIP HIP BUUUUH!

Der Headliner "Placebo" mit Brian Molko, Stefan Olsdal, Steven Forrest (und Fiona Brice) ging wie immer unter die Haut. 


(von links: Drummer-Steven Forrest; Gesang, Gitarre, Keyboard-Brian Molko; Bass, Gitarre, Keyboard-Stefan Olsdal)

Der Sound war perfekt gemixt, die Light-und Bühnenshow an den Leinwänden war professionell gestaltet (nicht wie bei einer gewissen anderen "Band", bei der man sich gefragt hat, welcher Hauptschüler für diese, ich nenn' es jetzt mal PowerPoint, verantwortlich war), bei Placebo bekam man keine Aggressionen durch tausend "Jump"-Ausrufe und es gab auch keine Volksaufhetzungen mit "This is War", was man laut Jared Leto ganz laut und enthusiastisch rufen sollte! 
Mit Placebo vernahm man eine Gänsehaut nach der anderen. Einfach immer wieder ein Muss! Gesanglich, instrumental, musikalisch - im Einklang einfach ein Meer positiver Gefühle oder einfach nur Placebo!
Wer sonst wäre würdig von Nirvana "All Apologies" zu covern? Welche Band sonst könnte das Publikum bis in die hintersten Winkel überzeugen, wohl auch noch über das Open-Air-Gelände hinaus?
Die Songauswahl war einfach perfekt von "ein bisschen alte Schule" laut Brian Molko bis zu neuen Liedern: viele Klassiker, Oldies und Neues!

PLACEBO - wir lieben euch und eure klasse Musik! Top-Auftritt mal wieder! :-)

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